
Wir hatten uns seinerzeit die Esel mit dem klaren Ziel angeschafft, mit ihnen eines Tages nach Santiago de Compostella zu laufen und zwar von der Haustür aus. Die letzten zwei Jahre haben wir die Esel und uns auf diesen Trip vorbereitet. Anfang des Jahres kam noch ein neuer Jugendlicher dazu, der das Glück hatte uns begleiten zu dürfen. Er war kaum eingezogen, da stand er mit Rucksack auf dem Rücken und Esel an der Hand am Ortsausgang von Martfeld. Nun ging es wirklich los. Zwei Jahre hatten wir auf diesen Tag hingearbeitet.

Wir machten uns auf Richtung Osnabrück. Die erste Nacht konnten wir noch auf unserem Aussengelände in Uenzen übernachten. Aber bereits für die zweite Nacht hatten wir noch keine Ahnung. Also fragten wir als Pilger einfach mal in Twistringen bei der Kirche nach einem Stück Rasen zum campen für die Nacht. Es war kein Problem und wir konnten dort im Gemeindehaus sogar heiß duschen. Ab da lief das Finden eines Nachtquartiers nahezu wie von selbst. Bereits am nächsten Tag wurden wir von einem Autofahrer angesprochen, ob wir schon wüssten, wo wir übernachten wollten, er könne uns seinen Garten anbieten.

Das Wetter war in diesen ersten Tages alles andere als zum campen einladend und so waren die Jungs ganz froh, dass sie in einigen Pfarrhäusern drinnen übernachten konnten.











Als wir schließlich den Teuteburger Wald erreicht hatten, hatten wir das Gefühl, dass wir nun langsam unseren Rythmus gefunden hatten. Das Finden eines Schlafplatzes bereitete uns keine Sorgen mehr und auch die Versorgung der Esel war problemloser als gedacht. Unser selbstgebauter mobiler Zaun funktionierte einwandfrei und die beiden Esel schienen richtig Gefallen an der Wanderung gefunden zu haben. Jetzt kann uns eigentlich nichts mehr aufhalten, dachte ich gerade bei mir, als plötzlich das Telefon klingelte und ich eines Besseren belehrt wurde. Unsere Bundesregierung hielt es für eine gute Idee wegen des Covid-19 Viruses das ganze Land in einen Lockdown zu versetzen. Aus war der Traum. Wir mussten unser Vorhaben erst einmal aufgeben und uns abholen lassen.
