
Die Tatsache, dass wir vor zwei Jahren unsere Wanderung nach Santiago wegen äußerer Umstände nicht wie geplant vollenden konnten, nagte noch immer sehr an uns. Jetzt standen die Sommerferien vor der Tür und irgendwie kamen wir auf die Idee, diese zum Pilgern auf dem Camino del Norte zu nutzen. Es gelang mir tatsächlich diese Reise binnen zehn Tagen genehmigt und organisiert zu kriegen. Ehe wir uns versahen, standen wir mit Sack, Pack und zwei Hunden am Verdener Bahnhof und warteten auf den Zug.

Wir waren scharf auf ein Abenteuer, aber dass das gleich mit der Bahnfahrt anfing, hatten wir nicht erwartet. Das einzige was klappte war die pünktliche Abfahrt in Verden und Türen des Zuges, der uns in Hannover vor der Nase wegfuhr. Somit passte unser Anschluss nicht, der uns ersatzweise zugewiesene Zug wurde dann großräumig umgeleitet, so dass wir auf einmal in Mannheim statt in Saarbrücken standen. Dort war wegen zahlreicher Baustellen die Anzahl der Verbindungen drastisch eingeschränkt. So warteten wir den halben Tag auf eine Verbindung, dann Chaos in Frankfurt, Zug falsch ausgewiesen. Letztendlich landeten wir mit ahezu 24 Stunden Verspätung in Paris. Da passte natürlich der gebuchte Anschluss nach Bordeaux nicht mehr. Also buchten wir ein Hotel, dort mussten wir einen Tag warten, bis wir endlich einen bezahlbaren Anschluss nach Bordeaux bekamen.

Von Bordeux ging es ausnahmsweise nahtlos nach Bayonne. Dort übernachteten wir und gingen am nächsten Morgen in die Kathedrale, um unsere Pilgerausweise in Empfang zu nehmen. Dann ging es direkt nach Hendaye dem letzten Ort vor der spanischen Grenze, von wo aus wir losliefen.
Der Camino del Norte ist im Gegensatz zum Camino Frances der anspruchsvollere der beiden Wege. Er hat erheblich mehr Höhenmeter und führt durch sehr unwegsames Gelände. Das ist aber auch Gleichzeitig einer seiner Vorteile, denn das veranlasst die meisten Pilger und Touristen, sich für den Camino Frances zu entscheiden. Ein weiterer Grund ist, so gut wie alle Bücher und Filme über den Jakobsweg auf dem Camino Frances spielen. Dadurch hat man auf dem Norte noch die Möglichkeit einsam vor sich hin pilgern zu können und genau das wollten wir.














